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Porto: Kacheln, Kork, Kontraste

Ich hatte überhaupt keine Vorstellung davon, wie Porto sein könnte. Ich hab mich vorher nicht informiert, nicht nach Fotos gegoogelt und keine Reiseführer gelesen. Ich wollte mich überraschen lassen. Und es hat funktioniert. Porto sticht aus all den europäischen Großstädten heraus. Es ist längst nicht auf dem Stand einer Metropole. Vermutlich müsste auch zu viel passieren, damit es das wird.

In Porto scheint die Zeit langsamer zu laufen. Etwas neu bauen, weil das Alte in die Tage gekommen ist? Nicht hier. An vielen Stellen ist Porto etwas heruntergekommen und verwahrlost. Gebäude stehen leer und fallen in sich zusammen – mitten in der Stadt. Dennoch hat Porto Charme. Vielleicht auch aufgrund der Kontraste zwischen Trümmern und gekachelten Häusern. Und, weil sich die Stadt für Touristen nicht in Schale schmeißt. Sie will nicht um jeden Preis beeindrucken. Sie schafft es auch, wenn keiner Hand anlegt und alles bleibt wie es ist. Gekachelt und verkorkt.

Apropos Kork: Ob Uhren, Gürtel, Handtaschen oder Sonnenbrillen: An jeder Ecke kann man Produkte aus der Rinde des Korkbaumes kaufen. Kein Wunder, ist Portugal schließlich der größte Korkproduzent der Welt.

Fisch oder Big Mac?

Eine besondere Eigenschaft Portos, vor allem dann, wenn man aus dem holländisch flachen Köln kommt, sind die Berge, auf denen die Stadt errichtet wurde. Es spielt keine Rolle, wohin man geht. Entweder man geht bergab, oder bergauf. Häufig beides. Entlang der schmalen Gassen schlängeln sich bunte oder häufig blau weiß gekachelte Häuser in denen sich nicht selten ein Café oder Restaurant befindet. Apropos: Wenn ich nun schreibe, das man in Portugal gut Fisch essen kann, verrate ich mit Sicherheit kein Geheimnis. Schließlich ist die Küste rund 800 Kilometer lang. Doch selbst in Porto, einem Touristenmagnet, kostet eine Dorade mit Beilagen in der Altstadt deutlich weniger als ein Schnitzel in der deutschen Kneipe.

Wer keinen Fisch mag, kann auch in Porto zu McDonalds gehen und einen Big Mac essen. Selbst das wird hier zum Erlebnis. Denn eine Filiale hat die US-amerikanischen Fast-Food-Kette in einem alten Gemäuer untergebracht und – entgegen der typischen Einrichtung – den Stil des Hauses erhalten.

Nichts für Menschen mit Höhenangst: Die 60 Meter hohe und 385 Meter lange Brücke Ponte Dom Luis I. Wer den Weg herüberwagt, bekommt eine fantastische Aussicht auf Porto und die auf der anderen Seite liegende Stadt Vila Nova de Gaia – übrigens das Zentrum der Portweinproduktion.

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