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In Chaves: Das Geschäft mit dem Wurstbrot

Vielen Dank Spanien, bis bald. Nach nur wenigen Tagen haben wir das Baskenland verlassen. San Sebastián, Lekeitio und Burgos. Adios, ihr wart schön. Über das Kantabirische Gebirge ging es weiter nach Portugal.

Erster Halt: Chaves. Doch ehe wir das Städtchen erreichen, reisen wir in der Zeit zurück. Zurück in den Winter. Als wir die Berge überquerten, wurde es auf einmal erbärmlich kalt. Ja, es lag sogar Schnee. Wir hätten aussteigen können, um einen Schneemann zu bauen.

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Unser Aufenthalt in Spanien ist zunächst zu Ende. Aber: Wir sehen uns nochmal auf der Reise. Heute ging es über das Kantabirische Gebirge nach Portugal. Da oben war es ziemlich kalt – was der Schnee bereits andeutet. 😄 Die Landschaft konnten wir ziemlich lange im Sonnenuntergang genießen, da unser Hymercamp die Berge nur langsam hochgekraxelt ist. Ich glaube, uns hat ein Radfahrer überholt. 🙈😄 . . . . #españa🇪🇸 #portuguesa #portugal #cantabria #travel #traveling #instatravel #worldtraveler #instatrip #traveler #trip #travelphotography #europe #europetrip #traveleurope #wohnmobil #mitsubishi #l300 #mitsubishil300 #camper #homeiswhereyouparkit #rollinghome #caravan #caravanlife #homeonwheels #vanlifeeurope #rvliving #rvlife #rving #rvlifestyle

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Sind wir aber nicht. Stattdessen stiegen wir aus, um kurz vor der Grenze, auf dem Gipfel der Bergkette, noch einmal den Tank unseres fahrenden Zuhauses mit spanischem Benzin aufzufüllen.

Den höchsten Berg zweimal hoch

Nachdem wir mit dem Hymer die Spitze des Gebirges erreicht hatten, sollte es auf der anderen Seite wieder heruntergehen. Nach Chaves. Doch entweder sind wir an der Tankstelle falsch abgebogen oder es gab lediglich diesen einen Weg. Nur Sekunden später fuhren wir den Berg, den wir mit 50 km/h im dritten Gang hoch geklommen sind, wieder herunter. Mit 110 km/; etwa sechs Kilometer. Erst dann konnten wir eine Ausfahrt nehmen, die auf die andere Seite der dreispurigen Autobahn führte. Anschließend fuhren wir den Berg wieder hoch. Ein zweites Mal. Melli sagte nur: „So ist das nun mal. Da können wir jetzt nichts dran ändern. Seh es positiv: Wir können die schöne Landschaft ein zweites Mal genießen.“ Sie hat zwar recht, doch ich erwiderte, dass wir, oben angekommen, wohl erneut tanken werden müssen.

Schnee im Gebirge Spaniens
Schnee im Gebirge Spaniens

Am Abend kamen wir in Chaves an. Dort haben wir ein schönes Plätzchen für die Nacht gefunden. Am Rio Tâmega.

Chaves Rio Tamega
Chaves Rio Tamega

Die Brotabzocke

Am Tag darauf fuhren wir wenige Kilometer in die Stadt hinein, ehe wir die Autobahnauffahrt Richtung Porto nehmen wollten. Normalerweise frühstücken wir in unserem mobilen Heim. Doch an diesem Tag hatten wir aufgrund mangelhafter Planung kein Brot. Nichts einfacher als das. In der Stadt wird es schon eine Bäckerei geben. In Chaves angekommen sahen wir einen kleinen Markt. Chorizo, Gebäck, einheimischer Kram. Ein Verkaufsstand mit Brot! Warum nicht?! Ein großer Klumpen gebackener Teig. „Gefüllt mit Schinken und Chorizo“, sagt eine portugiesische Verkäuferin vom Nebenstand auf Englisch. „Osterbrot“, fügt sie an. Klingt gut, sage ich, nicke und hole meinen Geldbeutel hervor.

Die alte Verkäuferin packt das Brot sorgfältig in eine Papiertüte und legt den umwickelt Laib anschließend noch in eine Plastiktüte. So, als würde sie etwas verstecken wollen. Sie reicht mir das Paket. Ich frage, wie viel es kostet. Sie hält beide Hände mit ausgestreckten Fingern hoch, als hätte ein Polizist gerufen sie solle es tun und sagt „dez“. Da ich ein wenig Spanisch spreche und die Sprache mit Portugiesisch in einer ähnlichen Beziehung steht wie einst Nil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins an Bord von Apollo 11, verstehe ich sofort, dass die Brotverkäuferin „Zehn“ gesagt hat. In einer Schockstarre hole ich einen 10-Euro-Schein aus meinem Portemonnaie und tausche ihn gegen das Brot, dass das beste der Welt sein muss. Wir verlassen den winzigen Markt und diskutieren bis zur Ankunft am Wohnmobil darüber, ob das Osterbrot wirklich diesen Wert hat. Oder ob die Bäckerin, sofern sie überhaupt eine ist, uns geleimt hat. Wir kosten von dem teuersten Brot, das wir je gekauft haben. Es schmeckt wie ein Weckchen. Mit Wurstfüllung.

Die Herstellung des wurstgefüllten 10-Euro-Brotes.

Ach ja, Chaves. Das Städtchen ist wirklich sehenswert. Bunt, mit kleinen Tante-Emma-Läden und winzigen Eisenwarenhandlungen dekoriert. Schmale Gassen durchziehen das touristisch angehauchte Großdorf wie die Gräten einen gegrillten Wolfsbarsch.

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