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Tokio 2

Eine U-Bahn mit ACHT langen Waggons fährt ein. Die am Bahnsteig Wartenden haben sich an den entsprechenden Markierungen aufgestellt und wissen, wo genau sich die Türen öffnen werden. Ähnlich wie in Berlin, sitzen sich in der Bahn Pendler auf zwei Sitzbankreihen gegenüber, viele stehen. Wer einen Sitzplatz ergattert, macht auf dem Weg zum Ziel häufig ein Nickerchen.

Obwohl fast jeder – Schlafende nicht ausgenommen – in den meist vollen Bahnen ein iPhone in der Hand hat, telefoniert keiner. Aus Rücksicht auf die Mitfahrer? Bevorzugen sie ihre Kanji-Hiragana-Katakana-Kenntnisse zu verbessern, indem sie mit Bekannten über den Line-Messenger für uns unbekannte Schriftzeichen hin- und herschicken? Oder gehört es sich einfach nicht in der Öffentlichkeit zu telefonieren so, wie es mit dem Naseputzen der Fall ist? Ja, eher ziehen sie unter ihrem Mundschutz eine viertel Stunde neben dir die Nase hoch, bevor sie zum Taschentuch greifen. Misophoniker würden ausflippen.

Apropos Mund- und Nasenschutz: Dieser ist für viele ein Immer-am-Mann-Utensil – ähnlich wie iPhone und Manga. Das iPhone dominiert übrigens die Hosen- und Handtaschen der Tokioer. Laut einer von uns selbst erhobenen repräsentativen Studie zur Smartphone-Nutzung in Tokio haben 90 Prozent ein iPhone. Manche sogar zwei. Am zweithäufigsten sieht man hier Handys vom japanischen Hersteller Sony. Vereinzelt dann noch Geräte von Samsung oder n Klapphandy. Das war’s.

Eine Frau sitzt mit Handy und Mudschutz in der leeren U-Bahn in Tokio
Seltener Anblick: Nahezu leere U-Bahn in Tokio

Aber zurück zum Krankenschwesternbedarf. Den kann man beispielsweise in Supermärkten und Drogerien kaufen; hängt da recht prominent rum. Umgerechnet kostet ein Mundschutz etwa 80 Cent. Aber warum tragen viele diese meist weiße Gesichtsbekleidung?

Nun, es gibt eine Hand voll mehr oder minder sinnvolle Erklärungsansätze:

1. Sie sind krank und wollen niemanden anstecken
2. Sie wollen sich selbst nicht anstecken
3. Sie haben eine Allergie und schützen sich gegen Pollenflug
4. Es ist ein modisches Accessoire
5. Es ist zur Gewohnheit geworden sich morgens den Mundschutz an die Ohren zu hängen

Wir glauben es ist eine Mischung aus den Punkten drei bis fünf. In hippen Ausgehvierteln etwa sieht man deutlich weniger Menschen mit Mundschutz. Vielleicht trägt die Jugend von heute keine weißen Masken mehr, weil sie nicht zu dem Rest des Outfits passen. Und wahrscheinlich lindern die Dinger tatsächlich die Heuschnupfenbeschwerden.

Mann mit Mundschutz in Tokio

Bevor es nun weiter nach Kyoto geht, hier noch der angepriesene Preis für Sushi am Fischmarkt in Tokio: Für zwei Personen gibt man etwa 4.500 Yen aus. Umgerechnet also etwa 37 Euro. Tee, Miso-Suppe und eine halbe Stunde vor dem Lokal auf n Sitzplatz warten inklusive.

Kleines Sushi-Lokal auf dem Fischmarkt in Tokio
Frisches Sushi auf dem Fischmarkt

Kyoto wird ein wenig traditioneller. Im Reiseführer von National Geographic steht was von 1.600 Tempeln. Und die Unesco hat hier wohl auch n Trupp durchgeschickt, der überall ein Weltkulturerbe-Aufkleber drangepappt hat. Die nächste Postkarte wird also vermutlich recht Tempel- und Schreinlastig.

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